Samstag, 25. Januar 2020

7. Verfluchung des Feigenbaums

In Zukunft soll nie wieder jemand von dir eine Frucht essen! Mk 11:14

Bei Markus wird die Tempelreinigung eingerahmt durch die Verfluchung des Feigenbaums. Dieser ist ein Bild für den Opferdienst im Tempel. Nach seiner Verfluchung ist der Feigenbaum am nächsten Tag abgestorben. Der Opferdienst und mit ihm der steinerne Tempel sind vorbei. Durch das Opfer Jesus ist er selbst unser Tempel geworden. In ihm beten wir Gott an.

Abschlussgebet: Herr du gibst dein Leben für uns hin, wirst der neue und ewige Tempel, in dem wir Gott anbeten. Reinige mich, damit ich Gott liebe als das höchste Gut und nicht aufgrund irgendeines Nutzens. Auch ich bin dein Tempel, in den du durch meinem Glauben in deiner Gnade einziehst. Welch königlicher Gast in meiner Seele!





Freitag, 24. Januar 2020

6. Im Tempel Christus in Wahrheit anbeten

Mein Haus soll für alle Völker ein Ort des Gebets sein,  ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! Mk 11:17

Dieser innerste heilige Ort im Menschen kann verstellt sein durch allerlei Gerümpel, Geld, Besitz und weltliche Interessen. Böse und niedrige Gedanken können in uns so sehr die Oberhand gewinnen, dass für Gott kein Platz mehr ist. Der Mensch kann unter seiner Würde leben und das Heiligste vergessen, verdrängen, ausschließen. Wir können Gott zwar hinauswerfen. Gott aber geht nimmer in die Ferne. Wir können Gott vergessen, er vergisst uns nie. Er wartet auf uns. Suchen wir die Stille, das Gebet und den Nächsten, denn dort lässt er sich finden. 

Achte auf deine Seele, auf dass sie im Einerlei des Alltags Gott nicht vergisst.



Donnerstag, 23. Januar 2020

5. Du bist ein Tempel Gottes

Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 1. Kor 3:16 

Jeder Mensch ist ein Tempel Gottes, d.h. Gott ist in dir anwesend. Liebe, und er kommt näher. Liebe und er wird in dir wohnen. Der Herr ist also ganz nahe. Sorgen dich um nichts. Bereite stattdessen deine Seele gleich am Morgen vor, damit sie sich der Anwesenheit Gottes bewusst wird. Achte während des Tages darauf, sie oft in dieses Bewußtsein der Anwesenheit Gottes zu rufen. Ja, du bist ein Tempel Gottes. Welch Gnade! Welch Freude! 

Leben Sie freudig: Unser Herr schaut Sie an, und zwar mit Liebe und um so zärtlicher, je schwächlicher sie sind. Franz von Sales



Mittwoch, 22. Januar 2020

4. Die Gefahr des Kaufhauses

Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus! Joh 2:16 

Im Tempel wurden Tieropfer dargebracht. Darum gab es dort Tierhändler. Von ihnen kaufte man das zu opfernde Tier. Geldwechsler gab es wegen der Tempelsteuer. Der Opferkult zur Zeit Jesus war zum Geschäft zwischen den Gläubigen, den Geldwechslern und den Priestern geworden. Mehr noch: Er war ein Handel zwischen Gott und den Pilgern nach dem Schema: Ich gebe Gott etwas und Gott gibt mir dafür etwas zurück. Und in der Gefahr dieser Denkweise stehen auch wir. Es ist die Versuchung der "guten" Menschen, die Gott durch gute Werke gefallen wollen und dafür mit Belohnung rechnen. Handeln wir so,  gleichen wir den Kaufleuten im Tempel. Sie wollen mit Gott markten und einen Handel eingehen. 

Schaust du denn Gott wie eine Kuh an? Die liebst du wegen deines eigenen Nutzens. Die aber lieben Gott nicht recht, sondern sie lieben ihren Eigennutzen. Meister Eckart 



Dienstag, 21. Januar 2020

3. Jesus ist der neue Tempel

Zerstört diesen Tempel! In drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen. Joh 2:19

Der Tempel war die Wohnung Gottes. Die Kreuzigung Jesu ist das Abbrechen dieser Wohnung Gottes. Darum riß in der Todesstunde Jesus im Tempel der Vorhang zum Heiligtum. In Kreuz und Auferstehung wird Jesus zur neuen und vollendeten Wohnung unter den Menschen. Er selbst ist der neue Tempel. Die werdende Christenheit war lange vor der äußeren Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. davon überzeugt, dass dessen heilsgeschichtliche Stunde zu Ende sei, weil in Jesus das Heil nun vollkommen gekommen war. Mit Jesus beginnt eine neue Weise, Gott zu verehren, nicht mehr räumlich hier oder dort, sondern allein in deinem Herzen, das glaubt. Wenn möglich bete unterm Tag heilsame Stoßgebete der Anbetung, wie z.B. 

Ich bete dich an, Herr Jesus Christus, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.



Montag, 20. Januar 2020

2. Weit mehr als eine äußerliche Reinigung

Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden. Joh 4:23

Das Handeln Jesu bei der Tempelreinigung ist weit mehr als ein Anprangern der damaligen Mißstände im Tempel. Es ist ein großes Zeichen dafür, dass dieser Tempel bedeutungslos werden wird, weil Christus selbst durch Kreuz und Auferstehung der neue Tempel ist. Christus selbst ist der lebendige Raum von Geist und Wahrheit, in dem die wahre Anbetung geschieht. Die Stunde des steinernen Tempels, die Stunde der Tieropfer war vorbei. Darum treibt er die Schafe hinaus, da er das neue Opfer ist. 

Erleuchtend an der Apostelgeschichte und den Briefen ist, dass über viel diskutiert wird (z.B. Notwendigkeit der Beschneidung), aber das Ende der im Judentum so wichtigen Tieropfer ist von Anfang an diskussionslos klar. 



Sonntag, 19. Januar 2020

✝️ Wochenthema: Tempelreinigung ✝️

1. Weit mehr als eine Zeitangabe

Und das Passah der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Joh 2:13 

Bei Matthäus, Markus und Lukas steht die Tempelreinigung am Anfang der Leidensgeschichte. Im Johannesevangelium befindet sich eine gewichtige tiefsinnige Zeitangabe: der zeitliche Hinweis auf das Passahfest vor der Tempelreinigung ist weit mehr als eine Zeitangabe. Viermal fängt eine Begebenheit im Leben Jesus mit diesem Hinweis an. Jedesmal geht es um das Geheimnis seiner Lebenshingabe: Tempelreinigung, Brotvermehrung, Salbung in Betanien und die Fußwaschung. Wie bei einem Gongschlag schwingt bei der Erwähnung dieser Worte die Lebebshingabe wird, durch die Jesus das jüdische Passahfest vollendet in seinem neuen Passah, in dem er sich selbst als Lamm Gottes gibt.