Mittwoch, 17. Juli 2019

4. Sorge und Unruhe des Geistes

Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles. Lk 10:41

Jesus tadelt hier nicht den Martas Dienst am Nächsten, sondern tadelt, dass sie mit zu vielen Dingen beschäftigt ist, die sie durcheinander bringen und vom ihm als Quelle des Lebens wegziehen. Das Tätigsein für den Nächsten wird hier nicht verurteilt, aber dein Tätigsein muss vom Geist der Kontemplation durchdrungen sein. Es geht nicht darum, dass du dich um überhaupt nichts sorgen sollst, sondern um die Befreiung von jeglicher übertriebener Sorge und Ängstlichkeit, in die du eben dann gerätst, wenn du dich der Sache Gottes nicht annimmst. 

Nehmen wir uns der Sache Gottes an, dann wird auch Gott an uns denken. Vinzenz Pallotti



Dienstag, 16. Juli 2019

3. Der Aktivismus der Marta

Marta aber war unentwegt mit der Bewirtung ihrer Gäste beschäftigt. Schließlich kam sie zu Jesus und fragte: Herr, siehst du nicht, dass meine Schwester mir die ganze Arbeit überlässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll!  Lk 10:40

Es gefällt Gott, wenn wir uns mühen, uns anstrengen, etwas gut zu machen. Die Unruhe des Geistes, grübelnde Gedanken, dagegen gefallen Gott nicht, denn der Herr möchte, dass wir mit unseren Grenzen und Schwächen Hilfe suchen bei seiner Kraft und Allmacht. Wir sollten schlicht das tun, was in unserer Macht steht. Punkt. Wenn man sich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, kann man den Rest dem überlassen, der die Macht hat, alles zu tun, was er will. Daher Achtung: Wir dürfen uns nicht im reinen Aktivismus verlieren, sondern müssen uns in unserer Tätigkeit auch immer vom Licht des Wortes Gottes durchdringen lassen und so die wahre Nächstenliebe lernen, den wahren Dienst am anderen. 

Überlass dich nicht der Sorge, schade dir nicht selbst durch dein Grübeln. Sir 30,21



Montag, 15. Juli 2019

2. Sich zu den Füßen Jesus setzen

Marta hatte eine Schwester, welche Maria hieß. Die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seinem Wort zu. Lk 10:39

Maria setzte sich zu Füßen von Jesus. Das ist ein Akt der Demut gegenüber Jesus und in dieser Demut sollen auch wir seine Worte aufnehmen. Es ist ja nicht irgendein Wort, sondern das Wort, das im Anfang war und Gott war und Fleisch geworden ist. Zu den Füßen des Wortes soll es dich immer wieder hinziehen. Ja, du kannst nicht tun, was er dir zugedacht hat, wenn du nicht in konkreter Verbindung mit ihm bist, wenn er dir so unentbehrlich ist, wie zum Leben das Essen, Trinken, Schlafen, Atmen. Bei all den vielen Dingen, die wir zu tun haben, vernachlässigen wir nie das Hören der Worte Jesus! 

Schenke es uns, dass wir uns im Innern der Seele eine kleine Zelle bauen können. Sei du darin ganz zugegen. Lass uns, wenn wir unsere Nerven spüren oder uns unglücklich fühlen, dahin flüchten und uns dir anvertrauen. Teresa von Ávila



Sonntag, 14. Juli 2019

✝️ Wochenthema: Jesus bei Maria & Marta ✝️

1. Gebet & Tun - Kontemplation & Aktion

Eine Frau namens Marta nahm ihn [Jesus] auf in ihr Haus. Lk 10:38

Die Geschichte von Maria und Marta kommt direkt nach dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, weil sie uns begreiflich machen will, dass Nächstenliebe ohne die Bindung an Jesus ins Leere läuft. Das ist der Kern der Erzählung. Maria und Marta verkörpern hier zwei Seinsweisen. Das Gebet und das Tun, das Hören auf Gott und der Dienst am Nächsten, Aktion und Kontemplation. Beides gehört zum Leben, ist letztlich sogar gar nicht trennbar, wo mein Gebet zum Leben wird und mein Leben zum Gebet. Dennoch: es geht um eine Prioritätensetzung. Wir müssen zuallererst erst Maria sein, d.h. zu Füßen des Herrn sitzen. Wir dagegen sind häufig nur die aktive Marta, abgelenkt und eingenommen durch die Aufgaben des Alltages. 

Die Sorge des Dienstes bringe dich nicht von der Erkenntnis des himmlischen Wortes ab. Ambrosius





Samstag, 13. Juli 2019

7. Hilf mir wieder auf (Ps 69)

Ich aber bin elend und von Schmerzen gequält. Beschütze mich, Gott, und hilf mir wieder auf! Ps 69:30

Natürlich sollen wir uns den barmherzigen Samariter als Vorbild nehmen. Dennoch erhebt das Gleichnis einen so hohen Maßstab der Nächstenliebe, an dem wir zweifelsohne immer wieder scheitern. Jesus beschreibt hier eine außergewöhnliche Liebe, die keine Grenzen kennt. Somit vermittelt uns das Gleichnis auch dies, dass wir aus uns selbst niemals gerecht werden können, weil wir der Nachahmung des Samariters niemals vollkommen gerecht werden können. Wir erkennen, dass wir auf die Gnade und Vergebung Gottes voll angewiesen sind. 

Herr Jesus, wir kommen zu Dir in der Gebrochenheit unseres Lebens und in der Erkenntnis, dass wir noch so wenig in deiner Liebe leben. So bitten wir Dich, gieße in unsere Herzen, in unser Denken und in unser Handeln das Feuer des Heiligen Geistes, dass wir neu zu Boten Deiner Liebe werden. 



Freitag, 12. Juli 2019

6. Sich von Gott unterbrechen lassen

Da sprach Jesus zu ihm: So geh du hin und handle ebenso! Lk 10:37

Wir müssen bereit werden, uns von Gott unterbrechen zu lassen. Gott wird unsere Wege und Pläne immer wieder, ja täglich durchkreuzen, indem er uns Menschen mit ihren Ansprüchen und Bitten über den Weg schickt. Wir können dann an ihnen vorübergehen, beschäftigt mit den Wichtigkeiten unseres Tages, wie der Priester an dem unter die Räuber Gefallenen vorüberging. Wir gehen dann an dem sichtbar in unserem Leben aufgerichteten Kreuzeszeichen vorüber, das uns zeigen will, daß nicht unser Weg, sondern Gottes Weg gilt. Bonhoeffer



Donnerstag, 11. Juli 2019

5. Den Spuren Jesu folgen

Welcher von diesen dreien ist deiner Meinung nach nun der Nächste dessen gewesen, der unter die Räuber gefallen ist? Er sprach: Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm geübt hat!  Lk 10:36‭-‬37

Die Art und Weise, wie der barmherzige Samariter für den Verletzten sorgte, entspricht der Art und Weise, wie Gott Sünder liebt. Das ist nicht nur Minimalfürsorge, sondern eine vollkommene Hingabe. Jesus ist die lebendige Verkörperung der vollkommenen, grenzenlosen hingebenden Liebe Gottes, die göttliche Barmherzigkeit. Jesus hat sich zu uns niedergebeugt, er hat sich zu unserem Diener gemacht, und so hat er uns gerettet, damit auch wir einander lieben können, wie er uns geliebt hat, auf dieselbe Weise.Wir alle sind aufgerufen, seinen Weg, seinen Spuren nach zu folgen.

Wie verhält sich dein Herz gegen den Nächsten? Liebst du ihn herzlich und aus Liebe zu Gott? Um dies zu erkennen, stelle dir bestimmte unangenehme, mürrische Menschen vor. An solchen übt man bestimmt die Liebe zu Gott im Nächsten; mehr noch bei Menschen, die uns durch Wort und Tat Böses zugefügt haben.