Samstag, 23. März 2019

7. Güter der Welt und Reichtümer Christi

Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen! Mt 6:19


Löse dich von den Reichtümern der Welt, seien sie nun materieller Natur, wie Geld und Besitz oder seien sie immaterieller Natur, wie Macht oder Eitelkeit. Halte dir immer wieder vor Augen, daß es nicht darum geht, ob einer dies hat oder jenes nicht hat, sondern darum, daß wir im christlichen Glauben leben, der uns lehrt, daß all diese Dinge vergänglich sind. Wenn ein Mensch sein Glück ausschließlich in den Dingen dieser Welt sucht, wird er das Glück nicht finden.


Das gilt runter zu brechen ins Konkrete. Beispiel: Wenn ich bei der Arbeit durch einen Mitarbeiter durch Worte verletzt werde, meine Ehre dadurch angegriffen wird (=Gut dieser Welt), kann ich ihn sicherlich auf sein Verhalten hinweisen, aber innerlich fühle ich keinen Groll, weil dieses Gut der Welt (=die eigene Ehre) immer unbedeutender für mich wird, weil ich Ehre finde beim Herrn, was mein wahrer Reichtum ist. Die Welt hat im Vergleich zu den Reichtümern Christi wenig zu bieten.


Freitag, 22. März 2019

6. Der verborgene Verzicht

Wenn du fastest, dann pflege dein Äußeres so, dass keiner etwas von deinem Verzicht merkt außer deinem Vater im Himmel. Mt 6:17‭-‬18


Fasten bedeutet nicht nur leiblicher Verzicht, wahres Fasten bedeutet sich vom Bösen fernzuhalten, Verzicht darauf, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, Verzicht darauf, ständig recht haben zu wollen u.v.m. und dieser vielerlei Verzicht geschieht nur für und in Christus. Er sieht es. Es ist stets ein freiwilliger Verzicht. Gott respektiert unsere Freiheit und so ist Fasten nie aufgezwungen, sondern von uns selbst gewählt. Darin besteht wie beim Beten und Helfen die Gefahr, sich selbst darin zu gefallen vor anderen und vor sich selbst. Der eigene Stolz ist einer der größten Stolpersteine im geistlichen Leben. 


Wo vezichtest du um Jesu Willen?

Donnerstag, 21. März 2019

5. Das Vater unser

Ihr sollt deshalb so beten: Unser Vater im Himmel! Mt 6:9


Dieses "Unser Vater" ist so wichtig! Nur in diesem "Wir" hören wir das Wort Gottes richtig. Das kann auch bedeuten, auf die anderen Stimmen des Herrn zu hören, ja uns auch leiten zu lassen von anderen Menschen, die Erfahrung mit Gott haben und uns auf diesem Weg helfen. So wächst die Fähigkeit in den Tausenden von Stimmen heute die Stimme Gottes zu vernehmen, der immer gegenwärtig ist und immer zu uns spricht.


Der Herr lehrt uns, gemeinsam für unsere Brüder zu beten. Denn er sagt nicht: "Mein Vater im Himmel", sondern: "Vater unser", damit unser Gebet wie aus einer Seele für den ganzen Leib der Kirche eintrete.  Chrysostomus


Mittwoch, 20. März 2019

4. Das vermittelte Gebet

Leiere nicht gedankenlos Gebete herunter wie Leute, die Gott nicht kennen. Sie meinen, sie würden bei Gott etwas erreichen, wenn sie nur viele Worte machen. Mt 6:7


Weder die Formel noch die Anzahl der Worte bewirkt etwas, indem er Gott bei seinem Herzen fasst, sondern nur das Gebet, dass sich durch den Glauben an seinen Sohn Christus an ihn wendet. Gebet ist immer vermitteltes Gebet! Nur durch die Bindung an Christus können wir im Gebet den Vater finden, er ist der Weg zu ihm. Christus ist der alleinige Mittler unseres Gebets. So ist unser Gebet immer auch an sein Wort gebundenes Gebet, d.h. mein eigener Wille, mit meinem Gebet irgendwie mich selbst durch zu setzen, muss sterben. Dann kann ich beten, dass der Wille dessen geschehe, der weiß, was ich bedarf, ehe ich bitte.


Wir kennen Gott nur durch Jesus Christus. Ohne diesen Mittler ist jede Verbindung mit Gott unmöglich. Ohne ihn wissen wir nicht, wer Gott ist, noch was wir selber sind.  Blaise Pascal


Dienstag, 19. März 2019

3. Das verborgene Gebet

Wenn du beten willst, zieh dich zurück in dein Zimmer, schließ die Tür hinter dir zu und bete zu deinem Vater. Denn er ist auch da, wo niemand zuschaut. Mt 6:6


Dein Gebet ist nicht eine Übung oder fromme Haltung, sondern es ist die Bitte als Kind zum Herzen des Vaters. Das ist der Kern deines Gebetes und darum ist das Gebet niemals demonstrativ und zu Schau stellend weder vor Gott noch vor uns selbst noch vor anderen. Auch wenn ich in meinem Zimmer bete, muss ich darauf achten, mich selbst nicht zum Zuschauer meines Gebetes zu machen, sondern beim Gebet stets im Innersten meines Herzens zu verweilen, denn das echte Gebet ist nichts anderes als der Umgang und die vertraute Zwiesprache mit Gott. Vater, in deine Hände übergebe ich heute meinen Geist! 


Gott, dein Vater, ist selber im Verborgenen, und er tut das Seine im Verborgenen, und ihm ist am liebsten, was im Verborgenen geschieht. Bengel


Montag, 18. März 2019

2. Das verborgene Werk

Wenn du einem Bedürftigen hilfst, dann soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. Mt 6:3


Die linke Hand bedeutet die Freude über das Lob, die rechte den Gehorsam gegen Gottes Willen. Wir handeln im Gehorsam (=rechte Hand). Helfen wir jemanden, dann allein aus dem Gehorsam zu Christus und nicht, um Lob und Ehre von Menschen zu bekommen (=linke Hand). Wie häufig aber mischt sich dies eben doch in unsere Motive und Ziele. Wie häufig wollen wir nach außen hervortreten, verlangen nach Anerkennung, Lob oder Bewunderung durch unsere Tat, wodurch die linke Hand von der Tat der rechten Hand weiß. 


Daher: Verbirg in Demut deine Tat uns suche stets nur Gottes Lob und Ehre in all deinem Tun.

Sonntag, 17. März 2019

1. Die verborgene Gerechtigkeit

Hütet euch davor, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen. Sonst könnt ihr von eurem Vater im Himmel keinen Lohn mehr erwarten. Mt 6:1


Das Außerordentliche, die Werke der Liebe in Christus,  soll nicht geschehen, damit es gesehen werde. Zwar muss es sichtbar werden, aber habt acht, dass es nicht geschieht, damit es sichtbar werde. Kapitel 5 und 6 prallen hart aufeinander. "Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten“ (Mt 5,16) aber: Habt acht auf die Verborgenheit! Aber wem soll das Sichtbare der Nachfolge in den Werken der Liebe denn verborgen sein? Nicht den anderen Menschen, denen ich täglich begegne. Diese sollen das Licht des Jüngers Jesu in mir leuchten sehen, wohl aber dem, der das Sichtbare tut, also mir selbst, soll es verborgen sein. In der Nachfolge Jesu schaue ich allein auf den, der mir voran geht. Tue also deine Werke der Liebe in Christus vor den Menschen, aber stelle dich nicht selbst zur Schau. 


Wer etwas um Gottes willen tut, der hat in seinem Herzen niemand anderen vor Augen außer Gott. Chrysostomus


Freitag, 15. März 2019

13. Alle eingeschlossen in Gottes Liebe

Wenn ihr nur euren Freunden liebevoll begegnet, ist das etwas Besonderes? Das tun auch die, die von Gott nichts wissen.Mt 5:47


Was ist der Sieg der Liebe? Dass sie niemals danach fragt, was ihr jemand antut, sondern allein danach fragt, was Jesus getan hat, der die Liebe selbst ist. Die Liebe zu ALLEN (!) Menschen führt uns in der Nachfolge Jesu immer zu ihm, den Gekreuzigten. Je näher wir an und in ihm leben, immer wieder und immer öfter am Tag mit ihm uns verbinden durch Stoßgebete u.ä., desto gewisser überwindet unsere Liebe den Hass, denn es ist ja nicht unsere eigene Liebe, die hier wirkt. Sie ist ganz allein die Liebe Jesu Christi, der für ALLE (!) Menschen ans Kreuz ging. Darin macht uns die Liebe Jesus sehend, dass sie auch den Feind eingeschlossen sieht in die Liebe Gottes, dass sie den Feind unter dem Kreuz Jesu Christi sieht. 

Gelobt sei Jesus Christus!