Freitag, 28. Februar 2020

13. Abschließende Meditation

Niemand ißt dieses Fleisch, ohne zuvor anzubeten. Augustinus

Du senkst voll Liebe deinen Blick in meinen und neigst dein Ohr zu meinen leisen Worten und füllst mit Frieden tief das Herz. Doch deine Liebe findet kein Genügen in diesem Austausch, der noch Trennung lässt: Dein Herz verlangt nach mehr. Du kommst als Frühmahl zu mir jeden Morgen. Dein Fleisch und Blut wird mir zu Trank und Speise, und Wunderbares wird gewirkt. Dein Leib durchdringt geheimnisvoll den meinen, und deine Seele eint sich mit der meinen: Ich bin nicht mehr, was einst ich war. Edith Stein

Morgen versende ich keinen Impuls. Dies soll zum Ausdruck bringen, dass das Geschenk der Eucharistie etwas Unaussprechliches bleibt, das in seiner Tiefe auf dieser Erde nie völlig begriffen werden kann. 



Donnerstag, 27. Februar 2020

12. Sonntäglich leben

Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, es soll ihr ganzes Denken und Handeln bestimmen. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Jer 31:33 

Eucharistie werden ist unser Verlangen, damit das Messopfer vom hingebenden Opfer unseres Daseins begleitet werde. Ignatius nennt dies "sonntäglich leben", indem wir an jedem Tag im Bewußtsein der von Christus gebrachten Befreiung leben und das eigene Dasein entfalten als Selbsthingabe an Gott, so dass wir uns im Denken und Handeln immer wieder neu erneuern lassen. Die Eucharistie ist dabei die Quelle, die unser tägliches Leben und damit auch die gesamte Welt in der Liebe Christi erneuert. 

Ich fühle, dass mich nichts vom Herrn trennen kann, weder der Himmel noch die Erde, weder die Gegenwart noch die Zukunft. Alles kann sich verändern, aber die Liebe niemals, niemals; sie ist immer dieselbe. Faustina 



Mittwoch, 26. Februar 2020

11. Brot des Lebens

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Joh 6,51

Indem er die Schwelle des Todes überschreitet, wird Jesus lebendiges Brot. Im sich austeilenden Brot erkennen wir das Geheimnis des Weizenkorns, das stirbt und so Frucht bringt und so zur Brotvermehrung wird bis ans Ende der Welt. Dieses Brot essen heisst eintreten in die Gemeinschaft mit der Person des lebendigen Herrn. Diesen Herrn empfangen wir alle. Weil wir den gleichen Herrn empfangen und er uns aufnimmt, in sich hineinzieht, sind wir auch untereinander eins. "Weil wir ein Brot sind, sind wir viele auch ein Leib." (1 Kor 10,17) Das muß sich im Leben zeigen in der Fähigkeit des Vergebens, in der Sensibilität für die Nöte des anderen, in der Bereitschaft zu teilen, im Einsatz für den Nächsten. 

Tut Buße und glaubt an das Evangelium! MK 1,15



Dienstag, 25. Februar 2020

10. Das Lamm Gottes

Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Joh 1, 29

Im jüdischen Paschafest stand die Schlachtung eines Lammes im Mittelpunkt. Beachtenswert: Jesus feiert das Pascha aber ohne Lamm. Warum? Weil er selbst das neue, wahre Lamm ist, dass sich zur Vergebung der Sünden schlachten lässt. Insofern feiert Jesus das Pascha ohne Lamm und doch mit Lamm. Einmal geopfert, stirbt er nicht wieder, sondern lebt auf ewig als das Lamm, das geschlachtet ist. So erhält das uralte jüdische Pascha seinen wahren Sinn und vollendet sich in Christus. Er verwandelt es in sein eigenes Pascha, in das Pascha Jesus Christus. Gelobt sei Jesus Christus. 

Die Sünde hat nur zwei Orte, wo sie ist. Entweder ist sie bei dir, dass sie dir auf dem Halse liegt, oder sie liegt auf Christus, dem Lamm Gottes. Martin Luther 



Montag, 24. Februar 2020

9. Geheimnis des Glaubens

Geheimnis des Glaubens, deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.  Akklamation in der heiligen Messe 

Mit diesem Ausruf unmittelbar nach den Wandlungsworten wird das Staunen über die Wesensverwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi ausgedrückt, einer Wirklichkeit, die alles menschliche Verstehen übersteigt. In der Tat, die Eucharistie ist das Geheimnis des Glaubens schlechthin. Sie ist der Inbegriff unseres Glaubens. Unser Glaube ist im wesentlichen ein eucharistischer Glaube und erhält seine Nahrung in besonderer Weise beim Mahl der Eucharistie. Ja, die Eucharistie ist unser schönster Schatz. Sie ist das Sakrament schlechthin. Sie enthält das ganze Geheimnis unseres Heils. Sie ist Quelle und Höhepunkt des Handelns und des Lebens.

Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. 1. Kor 11,26 



Sonntag, 23. Februar 2020

8. Der neue Bund in Christi Blut

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Lk 22:20 

Der alte Bund beruhte auf dem Blut geopferter Tiere und auf dem Gehorsamsversprechen Israels (Ex 24). Dieses Versprechen wurde aber immer wieder gebrochen.  Auch wir brechen immer wieder unseren Gehorsam und sündigen, weil unser Eigenwille die Oberhand gewinnt. Der neue Bund in Christi Blut und Leib ist daher nicht mehr auf diese immer brüchige Treue unseres menschlichen Wollens gegründet, sondern auf den Gehorsam des Sohnes, der gehorsam war bis in den Tod. Jesus hat deinen und meinen Ungehorsam in seinen bis in den Tod gehenden Gehorsam aufgenommen, durchlitten und überwunden. In der Eucharistie feiern wir diesen neuen Bund, der im Gehorsam und in der Liebe des Christus gegründet ist. 

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig: Du mein Herr und Gott! Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,  fester laß die Hoffnung, treu die Liebe sein. Thomas von Aquin 



Samstag, 22. Februar 2020

7. Eucharistie ist Gedächtnis

Das tut zu meinem Gedächtnis! Lk 22:19

Wir feiern in der Messe nicht das Letzte Abendmahl im Sinne eines Nachspielens, sondern das Gedächtnis seines Opfertodes. Zur Wiederholung aufgetragen ist das, was Jesus an diesem Abend neu getan hat: das Brotbrechen, das Gebet des Segens und des Dankens und mit ihm die Worte der Verwandlung von Brot und Wein. Es vollzieht sich dadurch, was Jesu angekündigt hat, dass er vom  Kreuz her alle an sich ziehen wird. Dieses Gedächtnis ist nicht nur ein nachahmendes Denken an das Abendmahl. Es ist Gegenwärtigsetzung des Geschehenen und darin tiefste Begegnung mit Gott. 

Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir, doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir. Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an; er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann. Thomas von Aquin


 

Freitag, 21. Februar 2020

6. Das verwandelte Brot verwandelt uns

Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Lk 22:19

Brot und Wein werden in sein Leib und sein Blut gewandelt. Doch die Verwandlung macht hier nicht halt. Leib und Blut Jesu Christi werden uns gegeben, damit wir verwandelt werden. Wir sind es, die durch dieses Brot des Lebens geheimnisvoll verändert werden. Christus nährt uns, indem er uns mit sich vereint und uns in sich hineinzieht. Indem er uns alle in sich hineinzieht, werden wir untereinander eins gemacht. Er durchdringt uns und will von uns auf die anderen übergreifen, daß seine Liebe das beherrschende Maß der Welt werde. Begreifen wir: der Empfang des Leib Christi und das Tun der Liebe sind nicht zweierlei Dinge, sondern zutiefst eins. 

Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz, hier ist auch verborgen deine Menschheit ganz. Beide sieht mein Glaube in dem Brote hier; wie der Schächer ruf ich, Herr, um Gnad zu dir. Thomas von Aquin